Linux FAQs

Das Betriebssystem Linux ist mit hoher Wahrscheinlichkeit das am weitesten verbreitete der IT-Welt – viele der Nutzer wissen allerdings nicht, dass sie gerade mit Linux arbeiten, spielen, im Internet surfen oder TV sehen. In der Tat ist es so, dass nahezu sämtliche elektronischen Hightech-Geräte darauf zurückgreifen – es dürfte nur wenige Haushalte geben, in denen kein Gerät mit dem Betriebssystem zu finden ist. Zu den Einsatzgebieten zählen beispielsweise nahezu sämtliche Router und Netzwerktechnik, Multimedia-Geräte wie Medienplayer, Spielkonsolen oder Smart-TVs, aber auch Kontroll- und Steuerelektronik, wie sie in der Industrie oder bei modernen Autos eingesetzt wird. Diese Entwicklung ist umso erstaunlicher, wenn berücksichtigt wird, dass das System gerade einmal 20 Jahre alt ist und als ein eher unscheinbares Projekt von einem einzigen Informatik-Studenten ins Leben gerufen wurde.   weiterlesen

Eine digitale Innovation verändert die Welt

Begonnen wurde das Projekt Linux von dem Finnen Linus Torvalds, der eigentlich nur unzufrieden mit dem damals unter Studenten verbreiteten System Minix war und in seiner Freizeit versuchte, die Funktionsweise seines Computers zu verstehen. Als er 1991 über das Usenet sein Projekt vorstellte, fanden sich jedoch schnell Gleichgesinnte, die sich dem Vorhaben anschlossen. Der Grund für das große Interesse ist dabei eine derjenigen Voraussetzungen, die auch den späteren Erfolg und die Verbreitung von Linux zur Folge hatten – der Verzicht auf kommerzielle Interessen und die Offenlegung des gesamten Quellcodes sowie die Möglichkeit, das gesamte System an eigene Bedürfnisse anzupassen und beliebig zu variieren. Streng genommen handelt es sich bei Linux jedoch nicht um ein eigenes Betriebssystem, sondern nur um dessen Schnittstelle zwischen der Hard- und der Software – den Kernel. Dieser übernimmt die Kommunikation zwischen den Programmen und dem realen Computer – er steuert die Zuteilung von Speicher- und Rechenkapazitäten und bietet Programmierern die Möglichkeit, auf die grundlegenden Bauteile wie Grafikausgabe und Tastatureingaben zuzugreifen oder weitere Komponenten wie Netzwerkadapter, Kameras oder Steuergeräte zuzugreifen. In den ersten Monaten war Linux lediglich als eine kleine Spielerei für interessierte Fachpersonen gedacht – schnell begriff Linus Torvalds jedoch das Potenzial seines Vorhabens – er stellte es deshalb bereits im Januar 1992 unter eine quelloffene Lizenz, die ein ähnliches Projekt mit dem Namen GNU bereits seit 1984 verwendete. Der Kernel konnte somit in GNU importiert und verwendet werden – er war der erste freie und nicht-kommerzielle seiner Art, der auch funktionsfähig war. Dies machte GNU/Linux für eine breite Öffentlichkeit hochinteressant, da somit erstmalig ein komplettes, voll ausgestattetes Betriebssystem zur Verfügung stand, bei dessen Verwendung keinerlei Kosten oder Gebühren anfallen.

Die technischen Besonderheiten von Linux

Heute erfreut sich Linux auch auf Desktop-Computern und mobilen Rechnern einer großen Popularität. Gerade in den ersten zehn Jahren war das nicht direkt abzusehen – die Quelloffenheit und die Kostenfreiheit machte das System zwar im kommerziellen Umfeld sehr beliebt, da sich auf diese Weise hohe Summen für die Entwicklung und die Lizenzierung einsparen lassen – das Fehlen einer grafischen Oberfläche wirkte sich jedoch nachteilig auf die private Verbreitung aus. Zudem ist die Administration auf der Kommandoebene für Einsteiger nur schwer zu handhaben, obwohl sie bei entsprechenden Kenntnissen dank der übersichtlichen und wohlgeordneten Struktur sehr schnell erledigt werden kann. Distributionen, wie das auf Endanwender zugeschnittene Ubuntu, haben diese Hürden jedoch inzwischen weitgehend beseitigt – sie bieten eine komfortable Bedienung, bei der nur in wenigen Fällen besonderes Wissen in Bezug auf das System benötigt wird. Darüber hinaus laufen weitgehend alle großen Internetserver und die für die Infrastruktur relevanten Dienste auf Linux – neben dem Fehlen von Gebühren spielen hier auch Sicherheitsaspekte eine wichtige Rolle. Zum einen besitzt das Betriebssystem eine ausgeklügelte Rechtehierarchie, die bei einer entsprechenden Konfiguration ein Eindringen in das System sehr schwer macht, zum anderen spielt gerade die Quelloffenheit in diesem Bereich eine wichtige Rolle. Was auf den ersten Blick wie ein Makel aussieht – die Möglichkeit, direkt im Code nach Schwachstellen zu suchen – erweist sich in Wahrheit als eine große Stärke. Anders als in einem geschlossenen Umfeld, wie es z.B. in einem Unternehmen vorliegt, ist es durch die Veröffentlichung möglich, vielen Spezialisten aus verschiedenen Bereichen einen Einblick in die Programmierung zu gewähren. Diese permanente Kontrolle gewährleistet, dass eventuelle Schwachstellen frühzeitig erkannt und eliminiert werden, bevor sie von Angreifern genutzt werden können.

Kein Ende der Entwicklung in Sicht

Die steigende Popularität von Linux hat dazu geführt, dass es mittlerweile schon lange nicht mehr als exotisches System für Spezialisten betrachtet wird, sondern auch in privaten Haushalten weit verbreitet ist. Die Beliebtheit hat unter anderem dazu geführt, dass Linux auf immer mehr Computer übertragen wird – darunter auch eine Reihe Tablet-Computern, die von ihren Herstellern mit dem ebenfalls auf dem Linux-Kernel basierenden Betriebssystem Android ausgerüstet sind. Auf technischer Ebene ist es schlicht unverzichtbar geworden – im Bereich der IT-Infrastruktur sieht die Lage ganz ähnlich aus. Die Stärken, die das System bietet, werden sich auch in der Zukunft weiter durchsetzen – neben Stabilität und Sicherheit ist hier vor allem die Kostenfreiheit zu nennen. Die lange Entwicklungszeit von über 20 Jahren und der enorme Aufwand macht es darüber hinaus auch langfristig unwahrscheinlich, dass es von anderen Betriebssystemen abgelöst werden wird.

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  1. Welches ist das richtige Linux für mich?

  2. Was ist eine Linux-Distribution?


    Linux gewinnt im Bereich der privaten Desktop-Betriebssysteme eine immer größere Bedeutung, die sich auch in der Anzahl der verschiedenen Distributionen widerspiegelt. Es handelt sich hierbei um verschiedene Zusammenstellungen, denen ein gemeinsamer Kern – der frei verfügbare Linux-Kernel – zugrunde liegt. Dieser wird in Verbindung mit verschiedenen grafischen Oberflächen und Programmpaketen angeboten, die von kommerziellen oder nicht gewinnorientierten Organisationen angeboten werden. Diese übernehmen neben der Zusammenstellung der Grundinstallation auch Angebote von zusätzlichen Programmen und die permanente Versorgung mit Updates, die der Sicherheit oder der Erweiterung der Funktionsvielfalt dienen.

    Worin unterschieden sich verschiedene Linux-Distributionen?

    Viele Anbieter haben sich auf spezielle Merkmale konzentriert, die ihre Distribution kennzeichnen. Diese können sich auf verschiedene Bereiche beziehen. Zu den bekanntesten Distributionen gehören beispielsweise Debian, das eine Dominanz im Bereich der Server besitzt. Es achtet aus diesem Grund auf eine hohe Sicherheit und Stabilität und beachtet streng die Grundsätze der freien Software. Im privaten Umfeld ist das auf Debian beruhende Ubuntu weit verbreitet – es bietet stets aktuelle Updates und besitzt einen überdurchschnittlich hohen Komfort in der Bedienung, um auch neuen Anwendern eine einfache Administration zu ermöglichen. Andere Distributionen wie Backtrack sind auf Sicherheitsaspekte spezialisiert – sie enthalten Werkzeuge, die speziell für das Aufspüren von Sicherheitslücken in Computernetzwerken entwickelt worden sind. Arch ist eine weitere Distribution, die sich auf die Entwicklung konzentriert – sie zeichnet sich besonders dadurch aus, dass installierte Programme in aller Regel direkt aus dem Quellcode kompiliert werden.

    Welche Linux-Distribution eignet sich für welche Anwender?

    Die Antwort auf die Frage hängt stark vom individuellen Geschmack und vom Zweck ab, für den das System eingesetzt werden soll. Linux bietet die Möglichkeit, tief greifende Eingriffe in das System vorzunehmen – ohne entsprechende Kenntnisse können diese jedoch schnell zur Funktionsunfähigkeit des gesamten Betriebssystems oder einzelner Funktionen führen. Deshalb ist für Einsteiger eine geführte Oberfläche, wie sie Ubuntu bietet, eine geeignete Wahl. Systeme wie Arch und Debian bieten zwar eine hohe Unterstützung durch Internet-Communitites, sind aber für das Erlernen der Grundlagen nur eingeschränkt geeignet. Betreute Distributionen wie Suse hingegen bieten einen kostenpflichtigen Support, der gegen Bezahlung bei allen Problemen hilft. Für spezielle Aufgaben sind jedoch – sofern verfügbar – entsprechende Versionen wie Backtrack vorzuziehen, die eine Zusammenstellung und Kompilierung der benötigten Software überflüssig machen.


     

  3. Ist Linux sicher?

  4. Die Sicherheit eines Betriebssystems wird mit der zunehmenden Ausbreitung des Internets immer wichtiger. Linux gehört in diesem Bereich – mit gewissen Einschränkungen – zu den Spitzenreitern. Der überwiegende Teil von Cyber-Angriffen auf private Computer erfolgt ausschließlich auf Windows-Rechner. Anders sieht es allerdings bei Servern aus – wegen der hohen Verbreitung sind hier auch zahlreiche Attacken auf Linux-Systeme zu verzeichnen.

    Wieso sind Linux-Systeme für private Anwender sehr sicher?

    Zunächst einmal ist Linux von seinem Aufbau her als ein Multi-User-System konzipiert. Das bedeutet, es bietet eine ausgefeilte Rechtevergabe, die verhindert, dass ein Nutzer unberechtigten Zugriff auf fremde Daten erlangt. Diese Tatsache macht es Angreifern extrem schwierig, in das System einzudringen, wenn die Sicherheitsrichtlinien wie das Setzen eines Passworts beachtet werden. Es erklärt auch, warum es bisher kaum Viren oder Trojaner gibt, die Linux infiltrieren – diese scheitern an der Vielzahl der unterschiedlichen Versionen und den hohen Sicherheitsanforderungen für das Ändern von Systemeinstellungen. Hacker-Angriffe scheitern wiederum bereits daran, dass viele der attackierten Dienste in einer Desktop-Version gar nicht installiert werden oder – falls vorhanden – Anfragen an der in handelsüblichen Routern eingebauten Firewall abgeblockt werden.

    Was muss für eine hohe Sicherheit berücksichtigt werden?

    Gerade mobile Computer sind immer der Gefahr eines Diebstahls oder eines Verlustes ausgesetzt. Linux bietet die Möglichkeit, Systeme vollkommen zu verschlüsseln und nur einen kleinen Bootbereich ohne persönliche Daten lesbar zu halten. Bei der Wahl eines geeigneten Passwortes ist eine Entschlüsselung praktisch unmöglich – selbst modernste Supercomputer bräuchten dazu mehrere Tausend Jahre. Es gibt allerdings auch Gefahren, die unabhängig vom Betriebssystem existieren – Phishing, bei der über E-Mails nach Passwörtern gefragt wird oder Nutzer auf eine gefälschte Internet-Adresse umgelenkt werden, sind nur durch Vorsicht zu bekämpfen. Gegen Browser-Viren hilft nur das generelle Blockieren von Skripten wie Flash oder Javascript mit entprechenden Plug-ins. Unbedingt notwendig ist auch das Setzen eines Benutzer-Passwortes. Es verhindert, dass ungefragt Eingriffe in das System vorgenommen werden können.

    Wie sieht es bei Servern aus?

    Obwohl die überwiegende Anzahl von Angriffen auf Server auf einem höchst primitiven Niveau erfolgt, muss die Absicherung eines öffentlich erreichbaren Rechners immer durch eine Person mit entsprechenden Kenntnissen erfolgen. Unbedachte Eingriffe können schnell die gesamte Sicherheitsarchitektur aushebeln – anders als private Rechner sind Server den Attacken dabei weitgehend ungeschützt ausgesetzt.


     

  5. Kann ich Windows Software auf einem Linux System installieren?

  6. Es gibt prinzipiell nur wenige reguläre Aufgaben, die in einem Linux System den Einsatz einer bestimmten Software für Windows zwingend voraussetzen. Was beispielsweise den Punkt der Manipulation von Daten – die Umwandlung von MP3s oder Videos in ein anderes Format etwa – oder den Betrieb von Bürosoftware angeht, ist das System mit dem Pinguin als Maskottchen exzellent ausgestattet.

    Welcher Unterschied besteht zwischen Programmen für Windows und Linux?

    Ein Programmierer, der bestimmte Funktionen wie den Zugriff auf Datenbanken oder die Ausgabe von Grafiken nutzen will, greift in der Regel auf separate Anwendungen oder die sogenannten Bibliotheken zurück. In ihnen sind Millionen von verschiedenen Abfragen enthalten, die innerhalb einer Programmiersprache aufgerufen werden können und die verhindern, dass diese immer wieder neu geschrieben werden müssen. In unterschiedlichen Betriebssystemen unterscheiden sich nicht nur die einzelnen Bibliotheken und ihre Aufrufe stark voneinander, sondern auch die gesamte Struktur. Es gibt darüber hinaus noch weiter Schwierigkeiten, die eine direkte Installation unmöglich machen – so z. B. die unterschiedliche Verwendung von Bezeichnungen für Festplatten. Während diese bei Windows mit Buchstaben versehen werden, können sie unter Linux an einer beliebigen Stelle im System eingebunden werden.

    Wie kann ich Windows-Programme unter Linux laufen lassen?

    Es gibt prinzipiell zwei verschiedene Methoden, die sich bereits im Ansatz fundamental voneinander unterscheiden. Die erste ist WINE – eine Laufzeitumgebung, die unter Linux installiert werden kann. Sie befindet sich in einem permanenten Entwicklungsstadium und ist mittlerweile so weit fortgeschritten, dass auch viele Programme und sogar Spiele – auch kopiergeschützte – unterstützt werden. Allerdings sind nicht alle Bibliotheken vollständig, gerade bei umfangreichen Anwendungen oder solchen mit direktem Hardware-Zugriff kann es zu Problemen kommen. In solchen Fällen ist es empfehlenswert, Windows in einer virtuellen Maschine laufen zu lassen. In diesem Fall simuliert der Computer einen eigenen Rechner, auf dem ein beliebiges Betriebssystem installiert werden kann. Gängige Programme dafür sind VMWare oder QEMU.

    Was sind die Vor- und Nachteile der verschiedenen Methoden?

    WINE sollte immer die erste Wahl sein, da es wesentlich ressourcenschonender ist. Eine virtuelle Maschine ist dafür 100 % kompatibel – es handelt sich in der Tat um ein eigenes Windows-Betriebssystem mit allen seinen Eigenschaften. Die Virtualisierung der Hardware bedeutet allerdings eine hohe Rechenbelastung – gerade bei aufwendigen Programmen wie 3D-Spielen sind deutliche Performance-Einbußen zu verzeichnen.


     

  7. Ein bootfähiges Linux auf einem USB-Stick installieren

  8. Linux ist ein extrem vielseitiges Betriebssystem, das nicht nur auf einer Vielzahl von unterschiedlichen Prozessor-Architekturen läuft, sondern auch auf zahlreichen unterschiedlichen Speichermedien. Es gibt mehrere nachvollziehbare Gründe, dafür einen USB-Stick zu nutzen – in der Tat ist dies sogar eine sehr häufige Vorgehensweise. Je nach Distribution bieten sich dazu verschiedene Arten an, ein bootfähiges System zu erstellen.

    Was sind die typischen Anwendungsbereiche für Linux auf USB-Sticks?

    Es ist von großem Vorteil, jederzeit ein bootfähiges System auf einem USB-Stick vorrätig zu halten. Zu unterscheiden sind dabei Installationsmedien – der Debian Installer ist ein typisches Beispiel dafür – oder Live-Versionen. Erstere werden dazu benutzt, das Betriebssystem komfortabel und schnell auf einem PC zu installieren, sie sind teilweise extrem klein und können bei einer Netzwerkanbindung problemlos auf Speichermedien mit 256 MB oder weniger Platz finden. Live-Versionen sind hingegen komplette Systeme, die sich von dem USB-Stick aus starten lassen. Diese sind oft zu Testzwecken gedacht, können aber auch spezielle Umgebungen bieten. Bekannte Beispiele sind:
    - Ubuntu: Es eignet sich, um Einsteiger mit dem System vertraut zu machen
    - Backtrack: Eine Distribution mit zahlreichen Anwendungen für die Netzwerksicherheit
    - System Rescue CD: Eine Version für die Wiederherstellung von beschädigten Betriebssystemen

    Wie installiere ich Linux auf einem USB-Stick?

    Es gibt zahlreiche Methoden, einen bootfähigen USB-Stick zu erzeugen. Für Windows sind mehrere Programme erhältlich, die eine einfache Erstellung ermöglichen. Eines der bekanntesten, das auch unter Apple OS X und Linux verwendet werden kann, ist UNetbootin – es bietet die Möglichkeit, zahlreiche verschiedene Linux-Distributionen zu installieren und lädt diese auch gleich aus dem Internet herunter. Unter Linux ist die Erstellung stark von der gewählten Distribution abhängig – bei Debian reicht es beispielsweise aus, eine bitgenaue Kopie auf den Stick zu übertragen. Bei einer manuellen Installation wird hingegen zuerst ein Bootloader geschrieben – diese für Experten empfehlenswerte Vorgehensweise ermöglicht es auch, zahlreiche unterschiedliche Systeme auf einem einzigen USB-Stick unterzubringen.

    Warum ist es sinnvoll, stets ein Linux auf USB vorrätig zu halten?

    Linux erlaubt tief greifende Eingriffe in das System, die dazu führen können, dass sich dieses nicht mehr starten lässt. Gerade bei der Arbeit und Konfiguration eines Bootloaders geschieht das sehr leicht – eine Wiederherstellung erfordert Expertenkenntnisse. Mit einem USB-Stick kann jedoch in nahezu allen Fällen ein System mit geringem Aufwand repariert werden. Windows-Nutzer können einen Linux-Stick ebenfalls sinnvoll einsetzen – etwa für das Back-up von Festplatten oder dem ganzen System, die Virenentfernung oder das Zurücksetzen von Passwörtern.


     

  9. Was sind die Vorteile von Linux gegenüber kommerziellen Betriebssystemen?

  10. Viele Nutzer wissen nicht, warum sie von einem kommerziellen Betriebssystem wie Windows auf ein freies wie Linux umsteigen sollen. Dabei bieten sich zahlreiche Vorteile, die sich positiv auf zahlreiche Aspekte wie die Sicherheit und den Komfort auswirken. Das weitverbreitete Vorurteil, dass Linux schwer zu bedienen sei, stimmt hingegen nur noch sehr eingeschränkt.

    Welche Vorteile bietet Linux gegenüber kommerziellen Konkurrenten?

    Der erste Vorteil ist zugleich auch der offensichtlichste: Es ist komplett gratis. Das gilt nicht nur für das Betriebssystem selbst, sondern zudem auch für nahezu alle Programme, die ein Nutzer im Alltag benötigt. Die Entwicklung einer weltweit vernetzten Open-Source-Gemeinschaft, zahllose gemeinnützige Stiftungen wie Mozilla sowie die Integration von freier Software wie GNU haben dazu geführt, dass sämtliche Aufgaben – von der Texterstellung über das Programmieren von Anwendungen bis hin zur Multimediabearbeitung und dem Videoschnitt – mit quelloffenen, kostenlosen Programmen durchgeführt werden können. Die Bedienbarkeit ist dabei mit der von kommerziellen Alternativen vergleichbar, auch die Kompatibilität mit anderen Produkten wie Microsoft Word ist dank jahrelanger Entwicklungsarbeit gegeben.

    Welche weiteren Vorzüge sind erwähnenswert?

    Zunächst einmal ist die hohe Sicherheit zu nennen. Ein Großteil der Software wird aus offiziellen Quellen installiert, die die verschiedenen Distributionen zur Verfügung stellen. Durch die Veröffentlichung des Codes wird zudem einer großen Anzahl von Fachleuten Einblick in die Struktur von Programmen gewährt – anders als bei einem kommerziellen Unternehmen findet dadurch eine vielseitige Kontrolle statt, die wesentlich mehr Bereiche einschließt. Auch die Installation ist deutlich vereinfacht – Programme und Software werden in sogenannten Paketen angeboten, die sich über eine grafische Verwaltung installieren lassen. Wegen ihres nicht-kommerziellen Hintergrundes sind diese frei von Werbung oder Spyware. Nicht zuletzt ist auch die Performance von Linux-Systemen deutlich höher, da sowohl System als auch Programme wesentlich schlanker gestaltet sind.

    Gibt es auch entscheidende Nachteile?

    Die größte Einschränkung ist wohl die teils mangelhafte Unterstützung mit Treibern, die allerdings den Herstellern angelastet werden muss. Auch kommerzielle Computerspiele werden fast ausschließlich für Windows-Plattformen angeboten – eine Installation auf Linux-Rechnern geht teilweise mit gravierenden Einbußen der Performance einher. Die Situation hat sich allerdings in den vergangenen fünf Jahren stark verbessert. Mit WINE existiert zudem eine Umgebung, die auch Windows-Programme auf Linux lauffähig macht – gerade für Anwendungen ist inzwischen eine hohe Kompatibilität erreicht.


     

  11. Ist Linux für Web-Server empfehlenswert?

  12. Linux ist das mit Abstand am weitesten verbreitete System für Webserver – einige Schätzungen gehen davon aus, dass mindestens die Hälfte alle Seiten im Internet auf ihm gehostet werden. Für diese starke Marktführerschaft sind zahlreiche Vorteile verantwortlich, die sich positiv in Punkten wie Sicherheit und Performance auswirken.

    Welche Vorteile bietet ein Webserver auf Linux-Basis?

    Einer der offensichtlichsten Vorzüge von Linux ist, dass es vollkommen kostenlos und frei von Lizenzgebühren ist. Auch die Software kann gratis bezogen werden, die Installation ist bei der Verwendung einer Distribution extrem einfach und erfordert keinerlei besondere Kenntnisse. Das Betriebssystem besitzt darüber hinaus eine extrem hohe Performance, da es einerseits selbst sehr schlank ist, andererseits auf die Installation weiterer Dienste verzichtet werden kann. Die Sicherheit ist ebenfalls ausgezeichnet – der populäre Webserver Apache2 gehört zu einem der am häufigsten kontrollierten und studierten Programme überhaupt. Wegen seiner langen Geschichte ist davon auszugehen, dass kritische Sicherheitslücken kaum noch auftreten – kleinere werden in regelmäßigen Abständen durch Updates beseitigt.

    Gibt es auch Nachteile bei einem Linux-Webserver?

    In Sachen der Kompatibilität mit Homepages und aufrufenden Browsern sind keinerlei Einschränkungen zu befürchten. Eine typische Installation besteht jedoch aus mehr als nur einem Webserver – in diesem Zusammenhang ist häufig von LAMP die Rede. Die Abkürzung steht für Linux, Apache (Webserver), MySQL (Datenbankserver) und PHP (Skriptsprache). In dieser Konfiguration wird die Mehrheit der dynamischen Webseiten betrieben – sie nennen sich dynamisch, weil ihre Inhalte in Datenbanken und nicht auf der Seite selbst gespeichert werden. Bei einer korrekten Konfiguration sind keinerlei Probleme zu erwarten, für unerfahrene Nutzer stellt diese jedoch regelmäßig eine gewisse Herausforderung dar. Auch die Optimierung der Performance ist nicht ohne weitergehende Kenntnisse möglich, die auch bei speziellen Anwendungen oder bestimmter Software notwendig werden.

    Welches Betriebssystem sollte für einen Webserver eingesetzt werden?

    Solange keine ausschlaggebenden Gründe für ein anderes Betriebssystem vorliegen, sollte Linux eindeutig der Vorzug gegeben werden. Es ist sicher, einfach zu installieren, jahrelang erprobt und gratis. In Verbindung mit einer grafischen Benutzeroberfläche wie WebMin ist es zudem auch für Laien leicht zu administrieren. Allerdings sollte eine gewisse Zeit darauf verwendet werden, sich mit den Sicherheitsmerkmalen vertraut zu machen – wegen seiner hohen Verbreitung sind Linux-Systeme ein attraktives Ziel für digitale Angreifer.


     

  13. Welche Computerspiele laufen unter Linux?

  14. Computerspiele gehören zu den aufwendigsten Programmen überhaupt – sie erfordern eine schnelle und leistungsfähige Hardware und sind darüber hinaus oft mit einem bestimmten Kopierschutz ausgestattet, dessen Grundlage strenger Geheimhaltung unterliegt. Dennoch gibt es zahlreiche Spiele, die auch unter Linux einwandfrei laufen. Die Performance kann dabei sogar die von Windows übertreffen, falls das Programm entsprechend angepasst wurde.

    Laufen Windows-Spiele auch unter Linux?

    Leider gilt die Einschränkung noch immer, dass Neuerscheinungen nur selten für Linux lizenziert sind, obwohl die Schuld dafür nicht Linux, sondern den kommerziellen Herstellern der Spiele zuzuschreiben ist. Diese veröffentlichen ihre Programme noch immer fast ausschließlich für Windows – ein Einsatz auf einem Linux-Rechner ist nur über Umwege wie WINE möglich. Gerade bei 3D sind dabei jedoch mitunter Einbußen der Performance in Kauf zu nehmen. Es gibt allerdings auch eine große Anzahl von Spielen, die entweder bereits adaptiert worden oder nur unter Linux verfügbar sind. Darunter befinden sich sowohl moderne Ego-Shooter wie auch eigene Entwicklungen – Extreme Tux Racer beispielsweise, bei dem ein Pinguin mit möglichst hoher Geschwindigkeit einen Berg herunterrutschen muss.

    Welche Games gibt es für Linux?

    Zuerst einmal ist Linux zwar kein Spielsystem, aber ein spielerisches System. Es existiert eine breite Anzahl von Entwicklungen, die dazu dienen, Arbeiten mit dem Computer amüsanter zu gestalten. AMOR oder Amuse Misuse of Ressources (Amüsante Verschwendung von Ressourcen) ist ein solches Beispiel – es beinhaltet unterschiedliche Figuren, die über den Desktop wandern und Kommentare machen. Zahlreiche Spiele, die von Anfang an oder nachträglich Open Source lizenziert wurden, sind ebenfalls zu finden – darunter Klassiker wie Counterstrike oder Quake. Aktuelle Spiele lassen sich hingegen oft nur auf Umwegen installieren, hier ist auf jeden Fall ein rechenstarker Computer mit einer entsprechenden Grafikkarte unverzichtbar. Emulatoren von Konsolen und Rechnern sind ebenfalls in großem Umfang zu finden – von klassischen Computern wie dem C64 und dem Amiga bis hin zu der Playstation 2.

    Kann ich unter Linux uneingeschränkt spielen?

    Die direkte Antwort ist nein – sämtliche Spiele, die nicht für das Betriebssystem ausgelegt sind, erfordern den Einsatz von weiteren Programmen. Es hängt im Wesentlichen von diesen ab, ob eine volle Kompatibilität gewährleistet ist. Moderne Spiele sind dabei oft fehlerhaft oder mit besonderen Schwierigkeiten behaftet, die Auslastung liegt ungefähr ein Drittel höher als bei einem originalen System.


     

  15. Wie installiert/deinstalliert man Treiber?

  16. Linux ist ein monolithischer Kernel – das bedeutet, der Kern enthält nicht nur die Routinen zur Speicher- und Prozessverwaltung, sondern beispielsweise auch Treiber für die Hardware, für Dateisysteme oder für Verschlüsselungsalgorithmen. Um trotzdem eine hohe Flexibilität zu gewährleisten, werden diese jedoch in vielen Fällen als Module erstellt, die nachträglich geladen werden können. Sie entsprechen den bei Windows üblichen Treibern.

    Wie funktionieren Module und welche Eigenschaften haben sie?

    Das Ausweichen auf Kernel-Module bietet eine Reihe von großen Vorteilen. Sie ermöglichen das Laden und Entfernen während des laufenden Systems und minimieren gleichzeitig den eigentlichen Kern. In aller Regel werden sie automatisch vom Betriebssystem angefordert, sobald eine neue Hardware erkannt wird. Wir diese entfernt, wird auch das Modul wieder entladen – auf diese Weise werden lediglich die benötigten Routinen im Speicher behalten und die Performance gesteigert. Praktisch bewirkt dies, dass die Installation von Treibern in aller Regel nicht notwendig ist, da die benötigten Module bereits mit dem Kernel installiert werden. Nur bei ausgefallener oder extrem seltener Hardware ist es nötig, die Module selbst zu erzeugen und zu installieren.

    Was muss darüber hinaus noch berücksichtigt werden?

    Die Tatsache, dass ein Modul geladen worden ist, bedeutet allerdings nicht in allen Fällen, dass ein Programm auch korrekt darauf zugreift. Mitunter benötigen diese eigene Treiber, um auf Geräte zugreifen zu können oder müssen erst entsprechend konfiguriert werden, damit sie ein bestimmtes Modul benutzen. Dazu zählt auch der X-Server, der für die grafische Oberfläche zuständig ist. Er verwendet eigene Treiber, die für die Eingabegeräte wie Tastatur und Maus, aber auch für die Bildschirmausgabe zuständig sind. Diese können über die Systemsteuerung installiert werden – verschiedene Distributionen verwenden verschiedene Methoden, um solche Pakete aus dem Internet herunterzuladen und in das System einzubinden. Pakete können Programmtreiber, Firmware oder auch ganz normale Programme erhalten – sie sind eine bei Linux gebräuchliche Methode zur Installation von Software.

    Wie finde ich einen Fehler, wenn die Hardware nicht funktioniert?

    Zunächst einmal empfiehlt es sich, sich mit der Konfiguration des Programmes vertraut zu machen. Ist dies erfolglos, kann mit dem Befehl „lsmod“ überprüft werden, ob ein entsprechendes Modul geladen wurde. Falls dem so ist, sollte auf der nächsten Ebene weitergesucht werden – das kann beispielsweise bei der Grafik der X-Server sein, bei der Audioausgabe das entsprechende Soundsystem – in der Regel Pulse Audio, JACK oder ALSA.


     

  17. Wird meine Hardware von Linux unterstützt?

  18. Linux ist in den letzten fünf Jahren als Betriebssystem für Desktop-Computer und Laptops immer beliebter geworden – viele Hersteller haben sich inzwischen auf diese Verhältnisse eingestellt und bieten entsprechende Treiber an. Es gibt jedoch auch Ausnahmen, aus diesem Grund sollten bereits vor dem Kauf der Hardware genauere Informationen über die Unterstützung eingeholt werden.

    Welche Hardware wird von Linux unterstützt?

    Prinzipiell unterstützt Linux jede auf dem Markt erhältliche Hardware. Es ist jedoch die Aufgabe der Produzenten, für das Betriebssystem die entsprechenden Treiber zur Verfügung zu stellen, die eine Integration ermöglichen. In vielen Fällen stehen darüber hinaus auch quelloffene Treiber zur Verfügung, die von Programmierern unabhängig vom Hersteller entwickelt werden. Es kann bei diesen jedoch in Ausnahmefällen vorkommen, dass bestimmte Funktionen nicht oder nur unzureichend umgesetzt wurden. Peripheriegeräte wie Mäuse oder Tastaturen werden in der Regel vollkommen unterstützt, ähnlich sieht es bei weiteren Geräten bekannter Marken aus. Sogenannte No-Name-Geräte können mitunter problematisch werden, da insbesondere kleine Unternehmen oft nur einen sehr eingeschränkten Support bieten.

    Wie finde ich heraus, ob meine Hardware unterstützt wird?

    Es gibt im Internet zahlreiche Seiten mit Listen, auf denen sich recherchieren lässt, welche Komponenten ohne Probleme eingesetzt werden können und welche Einschränkungen bestehen. Darüber hinaus sind bestimmte Konzerne für ihren guten Support bekannt – darunter zählen beispielsweise Grafikkarten von NVIDIA, Drucker von HP oder lange Zeit auch Komponenten von Intel. Leider gibt es allerdings auch hier Ausnahmen – prominentes Beispiel ist der Grafikchip einer Baureihe von Intel Atom Prozessoren mit dem Codenamen Cedarview, die in zahlreichen mobilen Computern eingesetzt werden. Als bisweilen problematisch gelten auch Touchscreens – insbesondere solche, die statt USB über eine serielle Schnittstelle verfügen. Keinerlei Probleme gibt es jedoch mit den Standardkomponenten – Festplatten, Laufwerke, RAM-Speicher und Prozessoren etwa werden vollständig unterstützt.

    Was kann ich tun, wenn meine Hardware nicht wie vorgesehen funktioniert?

    Prinzipiell erkennt Linux neu angeschlossene Geräte automatisch und lädt die entsprechenden Treiber selbst. Wegen des großen Umfangs werden jedoch nicht alle Treiber in den Standard-Kern des Betriebssystems integriert. In diesem Fall kann eine manuelle Installation notwendig werden, die dafür benötigten Programme, Skripte und ausführliche Anleitungen finden Sie im Internet. Grafische Oberflächen stehen in solchen Fällen jedoch nur in Ausnahmen zur Verfügung, die Installation erfolgt über die Kommandozeile, auch Terminal genannt.

 
 
 
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